In keinem Bundesland gibt es mehr Melkalmen als in Tirol. Mehr als die Hälfte der in Tirol gehaltenen Milchkühe verbringt den Sommer auf einer der wertvollen Melk- oder Milchalmen. Wenn die Kühe im Frühjahr auf die Alm ziehen, beginnt eine besondere Zeit: der Almsommer. Die Tiere verbringen die warmen Monate auf den Tiroler Almen und ernähren sich dort hauptsächlich von alpinen Gräsern und Kräutern. Gleichzeitig entsteht dort eine Milch, die direkt auf der Alm zu besonderen Spezialitäten verarbeitet wird. Eine davon ist der Tiroler Almkäse g.U.
Acht Almen – eine gemeinsame Tradition
Der Tiroler Almkäse g.U. wird auf derzeit acht Tiroler Almen hergestellt. Rund 900 Milchkühe verbringen auf diesen acht Mitgliedsalmen den Sommer. Dabei werden jährlich rund 1,4 Millionen Kilogramm Almmilch gewonnen und direkt auf den Almen verarbeitet. Ein wesentlicher Teil davon wird zu Tiroler Almkäse g.U. veredelt.
Allein im Almsommer 2025 entstanden auf den acht Almen 4.431 Laibe Tiroler Almkäse g.U. – insgesamt rund 137 Tonnen. Ein Laib wiegt dabei durchschnittlich etwa 31 Kilogramm.

Hochwertiger Rohstoff
Die Grundlage des Tiroler Almkäses g.U. ist 100% frische rohe Almmilch. Sie wird während der rund 90 bis 120 Tage dauernden Almvegetationsperiode gewonnen und direkt auf der Alm verarbeitet. Die alpine Vegetation mit ihren unterschiedlichen Gräsern und Kräutern bildet damit die natürliche Futtergrundlage der Kühe und ist für die Tiere ein echtes Schlaraffenland.
Wenn die Milch auf der Alm zu Käse wird
Die Milch wird direkt auf den Almen in den dortigen Almsennereien verarbeitet. Dabei wird der Käsebruch geschnitten, erwärmt, in Formen gefüllt und gepresst. Nach dem Salzbad beginnt die Reifezeit. So bleibt die Herstellung unmittelbar mit dem Ort verbunden, an dem die Milch gewonnen wird.
Diese Verbindung von Almwirtschaft und Käsehandwerk ist ein wesentlicher Teil der Geschichte des Tiroler Almkäses g.U. Die Spezifikation des Käses legt dabei nicht nur die Herkunft der Milch, sondern auch die Herstellung und die Eigenschaften des fertigen Käses genau fest.
Seit 1997 geschützt
Der Tiroler Almkäse trägt bereits seit 1997 die geschützte Ursprungsbezeichnung g.U.. Damit ist seine Herkunft und Herstellung EU-weit geschützt. Die Bezeichnung steht für Erzeugnisse, deren Qualität und besondere Eigenschaften eng mit ihrer geografischen Herkunft und den festgelegten Herstellungsbedingungen verbunden sind.
Beim Tiroler Almkäse g.U. bedeutet das: Die Milch stammt aus der Tiroler Almwirtschaft, die Verarbeitung erfolgt direkt auf den dafür vorgesehenen Almen und die Herstellung erfolgt nach einem genau definierten traditionellen Verfahren.
Hinter dem Tiroler Almkäse g.U. steht also eine besondere Verbindung von Landwirtschaft, Landschaft und traditionellem Käsehandwerk. Der Almsommer bleibt nicht nur in Erinnerung – er bleibt auch im Geschmack.
Die acht Produktionsalmen auf einen Blick
- Eng Alm – Hinterriss
- Alpe Lizum – Wattenberg
- Alpe Außermelan – Wattenberg
- Niederkaser Alm – Hopfgarten im Brixental
- Holzalm – Hopfgarten im Brixental
- Kasplatzl – Kirchberg
- Ackernalm – Thiersee
- Foischingalm – Kirchdorf in Tirol
Fotos: Ackernalm, Kasplatzl, Außermelan Alm (M.Krapf)